
Philosophie
Chara, Kara (althochdeutsch für Trauer),
wiederzufinden in dem Wort Karwoche (Trauerwoche)
Das Charatuch ist ein Andenken an den verstorbenen Menschen. Es wird bei der Beerdigung den Sarg oder die Urne schmücken und bleibt dann zur Erinnerung den Hinterbliebenen erhalten.
Die Hinterbliebenen haben so die Möglichkeit sich in ihrer privaten Umgebung einen Ort des Gedenkens zu gestalten und dort ihre Trauer ganz anonym zu leben.
Das Charatuch ist auch eine
mögliche Antwort auf die immer mehr zunehmende Form der anonymen
Bestattung. Nach der Trauerfeier und Beisetzung wird den
Hinterbliebenen das Charatuch überreicht. Es bleibt den Hinterbliebenen
die Möglichkeit sich mit dem Charatuch selber eine Stätte der
Erinnerung zu gestalten. Nicht auf dem Friedhof, sondern zu Hause, im
privaten Bereich. Vielleicht findet sich ein Platz auf einer Kommode,
der mit dem Charatuch und weiteren Andenken an den Verstorbenen
geschmückt wird. Ein Foto kann aufgestellt werden, eine Kerze zu
passenden Gelegenheiten entzündet werden.
Es ist nicht zwingend der
Weg auf den Friedhof, den der Mensch zur Bewältigung der Trauer
braucht. Ein Weg, ein Ort der Erinnerung und zur Besinnung ist wichtig.
Meine Vision zur Modernisierung eines tabuisierten Themas
Meine vielfältigen Erfahrungen zu dem Thema Sterben und Tod haben eine Vision von einem besseren und offeneren Umgang mit dem Thema entstehen lassen. Erste deutliche Signale dafür, dass das machbar ist, haben sich mir bei der Ausstellung „Crazy Coffins“ im Sepulkralmuseum in Kassel gezeigt.
Andere Länder, andere Sitten. In England ist die Gestaltung eines Sarges nicht derart redigiert wie hier in Deutschland.
Mein Anliegen ist es, umweltverträgliche Produkte zu entwickeln, welche die Persönlichkeit eines Menschen wiederspiegeln und einen Prozess in Gang setzen, der das Leben durch das bewusste Wahrnehmen der Endlichkeit bereichert
Das Charatuch ist ein Beitrag zur Bewältigung der Trauer und zur Freundschaft mit dem Leben. Es kann in Momenten der Besinnung dazu beitragen, sich die Endlichkeit des Lebens zu vergegenwärtigen.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Endlichkeit des Lebens nicht nur in gedanklichem Austausch mit sich und Anderen, sondern auch in Form von Tun und in den Händen halten, gibt wörtlich genommen „Halt“.
Sich zu Lebzeiten ein Charatuch von mir gestalten zu lassen oder sich ein Charatuch zu beschaffen, bedeutet sich im Leben mit dem Tod zu beschäftigen und ihn somit weniger unwirklich zu machen.